Zweifach oder dreifach?
Es hängt am Rahmen.
Warum die dritte Scheibe nicht immer die bessere ist.
Ein halbes Mal
mehr Glas.
Zweifach
Zwei Scheiben zu 4 mm, zusammen 20 Kilo je Quadratmeter.
Dreifach
Drei Scheiben zu 4 mm, zusammen 30 Kilo je Quadratmeter.
Der Unterschied
Das sind 50 Prozent mehr. Umgekehrt gerechnet ist Zweifachglas ein Drittel leichter.
In der Praxis wird daraus schnell eine relevante Zahl. Ein normaler Fensterflügel von einem Meter Breite und 1,40 Meter Höhe wiegt zweifach verglast 28 Kilo, dreifach 42. Bei einer Balkontür von 1,20 auf 2,20 Meter sind es 53 gegen 79 Kilo, also 26 Kilo Unterschied an einem einzigen Flügel.
Das trägt nicht jeder Beschlag. Bei einem Neubau ist das eingeplant. Beim Tausch in einen vorhandenen Rahmen ist es die erste Frage, die wir beim Aufmaß klären: Hält die Konstruktion das aus, oder hängt die Tür nach zwei Jahren durch?
Man fühlt es
tatsächlich.
Bei Frost draußen liegt die Innenscheibe bei etwa 12 bis 14 Grad. Wer daneben sitzt, spürt die Kaltluft, die an der Scheibe nach unten fällt.
Mit Beschichtung und Gasfüllung sind es 15 bis 16 Grad. Der Unterschied zum alten Glas ist größer als der Schritt zum Dreifachglas.
Hier liegt die Innenscheibe bei 17 bis 18 Grad, also nah an der Raumtemperatur. Der Kaltluftabfall verschwindet fast.
Spürbar wird das vor allem bei großen Flächen. An einem kleinen Badfenster merkt kaum jemand den Unterschied. An einer bodentiefen Fensterfront im Wohnzimmer, vor der ein Sofa steht, ist er deutlich.
Wenn die Feuchtigkeit
umzieht.
In jedem Raum gibt es einen kältesten Punkt. Dort schlägt sich Feuchtigkeit nieder, sobald die Oberfläche unter den Taupunkt fällt. Bei 20 Grad Raumtemperatur und 50 Prozent Luftfeuchte liegt der bei rund 9 Grad.
In einem Altbau mit einfacher oder alter Doppelverglasung war dieser kälteste Punkt bisher die Scheibe. Dort lief das Wasser herunter, jeden Winter, und alle wussten es. Unschön, aber harmlos: Glas nimmt keine Feuchtigkeit auf, man wischt es weg.
Kommt jetzt Dreifachglas hinein, ist die Scheibe plötzlich der wärmste Teil des Fensters. Der kälteste Punkt wandert an die Laibung, also das gemauerte Stück Wand rund um den Rahmen. Bei ungedämmtem Mauerwerk aus den sechziger Jahren liegt die oft nur bei 7 bis 10 Grad. Und Putz nimmt Feuchtigkeit auf, anders als Glas.
Das Ergebnis: Nach dem Fenstertausch bilden sich dunkle Ecken an der Wand, wo vorher nur die Scheibe nass war. Der Kunde denkt, die neuen Fenster seien schuld. Tatsächlich war das Problem vorher schon da, nur an einer Stelle, die niemanden gestört hat.
Das heißt nicht, dass Dreifachglas im Altbau falsch wäre. Es heißt, dass man vorher darüber reden sollte: über die Laibung, über das Lüften danach, und manchmal über eine schmale Dämmung im Fensteranschlag.
Wann was passt.
Dreifach spricht für sich
Im Neubau, bei großen Flächen, bei bodentiefen Fenstern und überall dort, wo die Konstruktion dafür ausgelegt ist.
Zweifach reicht oft
Bei kleinen Fenstern, bei Rahmen, die das Gewicht nicht tragen, und wenn der Sprung von altem auf modernes Zweifachglas ohnehin der größte Schritt ist.
Entscheidend ist der Rahmen
Nicht die Scheibe entscheidet, sondern was um sie herum sitzt. Das sehen wir beim Aufmaß in zehn Minuten.
Häufige Fragen.
Unsicher, was
bei Ihnen passt?
Anfrage, Angebot und Aufmaß sind unverbindlich. Berechnet wird erst, was Sie beauftragen.