Wenn die Tür
von allein aufgeht.

Pivot-Türen

Eine Tür, die niemand
von Hand bewegen will.

Eine Pivot-Tür dreht sich nicht am Rand wie eine gewöhnliche Tür, sondern um einen Punkt weiter innen im Flügel. Dadurch lassen sich Flügel bewegen, die für Bänder viel zu groß und zu schwer wären. Mit einem Antrieb geht so eine Tür auf Knopfdruck auf, und zwar bis zu einem Flügel von 2,40 Metern Breite und 450 Kilogramm Gewicht. Dieser Beitrag zeigt, wie das technisch funktioniert, was vor dem Einbau am Objekt geklärt werden muss und welche Pflicht daran hängt, die viele Bauherren nicht auf dem Schirm haben.
Große Pivot-Tür aus Glas in einem Wohnraum, halb geöffnet, der Antrieb sitzt unsichtbar im Sturz über der Tür
Herstellerabbildung Pivot-Antrieb Axira. Über der Tür ist nichts zu sehen, der Antrieb sitzt vollständig im Sturz.
© The Apic / GEZE GmbH
So funktioniert es

Vier Dinge, die
den Unterschied machen.

01

Die Drehachse liegt nicht am Rand

Bei einer normalen Tür sitzen die Bänder außen am Flügel. Das gesamte Gewicht hängt dort an zwei oder drei Punkten, und je breiter die Tür wird, desto stärker zieht der Hebel daran. Bei einer Pivot-Tür liegt die Achse weiter innen, oben und unten. Die Last verteilt sich anders, und genau deshalb sind Flügel möglich, die an Bändern längst durchhängen würden.

02

Der Antrieb verschwindet in der Decke

Die Motor-Getriebeeinheit ist 75 Millimeter hoch und wird über dem Türflügel montiert, in einer abgehängten Decke. Von unten sieht man Glas und Profil, sonst nichts. Kein Kasten an der Wand, kein sichtbarer Arm, kein Gehäuse über dem Rahmen. Das ist der Grund, warum solche Anlagen überhaupt in Wohnhäuser und Hotellobbys kommen und nicht nur in Kaufhäuser.

03

Zwei Sensoren, zwei Richtungen

Ein Flügel dieser Größe in Bewegung ist kein Komfortdetail, sondern eine Gefahrenstelle. Deshalb wird der Schwenkbereich in beide Richtungen überwacht. Ein Sensor sichert das Öffnen, einer das Schließen. Steht jemand im Weg, hält die Tür an. Trifft sie trotzdem auf ein Hindernis, fährt sie zurück und versucht es danach langsamer noch einmal.

04

Ausgeschaltet ist es eine normale Tür

Es gibt zwei Betriebsarten. In der Automatik öffnet die Tür auf Tastendruck oder über einen Melder und schließt nach einer eingestellten Zeit wieder. Ausgeschaltet gibt die Anlage den Flügel frei, dann lässt sich die Tür von Hand bewegen wie jede andere auch. Dasselbe passiert bei Stromausfall.

Technische Daten Pivot-AntriebExpert-Modus

Flügelmaße: Breite 1.000 bis 2.400 Millimeter, Gewicht bis 450 Kilogramm, einflügelig, rechts oder links anschlagend. Öffnungswinkel bis 90 Grad.

Antrieb: elektromechanisch, 75 Millimeter hoch und 276 Millimeter breit, Kopfmontage in einer abgehängten Decke. Öffnungs- und Schließzeit jeweils 10 bis 20 Sekunden, einstellbar.

Anschluss: 230 Volt Festanschluss, 200 Watt Nennleistung, Schutzklasse I, netzseitig ein bauseitiger 16-Ampere-Sicherungsautomat. Für externe Komponenten stehen 24 Volt mit 1.200 Milliampere Dauerstrom zur Verfügung.

Umgebung: Schutzart IP65, Betriebstemperatur minus 15 bis plus 50 Grad Celsius, trockene Räume. Schallpegel unter 49 Dezibel.

Sicherheit: Sicherheitssensor Öffnen auf der Bandseite, Sicherheitssensor Schließen auf der Bandgegenseite, dazu Hinderniserkennung mit automatischer Reversierung. Optional Not-Stop-Schalter und Motorschloss zur automatischen Verriegelung. Normkonformität nach EN 16005.

Bedienung: Betriebsarten Automatik und Aus, wählbar am Displayprogrammschalter oder an einem bauseitigen Schalter. Parametrierung über Serviceterminal, CAN-Bus-Schnittstelle optional.

Standzeit: ausgelegt auf bis zu 200.000 Öffnungszyklen. Die Wartungsanzeige meldet sich nach einem Jahr oder 100.000 Zyklen, je nachdem was zuerst eintritt.

Untergrund: im Schwenkbereich darf der Bodenbelag höchstens 4 Millimeter uneben sein, Fugen und Schlitze höchstens 4 Millimeter breit.

Die Angaben beziehen sich auf den Pivot-Antrieb Axira von GEZE. Maßgeblich ist das Datenblatt der im Einzelfall gelieferten Ausführung.

Vor dem Einbau

Was am Objekt
geklärt wird.

Diese vier Punkte entscheiden, ob eine Anlage überhaupt in Frage kommt. Wir sehen sie uns beim Aufmaß an, bevor irgendetwas bestellt wird.
Platz für den Antrieb

Über der Tür muss eine abgehängte Decke sitzen oder eingeplant werden. Der Antrieb ist 75 Millimeter hoch und 276 Millimeter breit.

Der Boden

Im Schwenkbereich darf der Belag höchstens 4 Millimeter uneben sein, Fugen und Schlitze höchstens 4 Millimeter breit. Bei großformatigen Fliesen ist das meist kein Thema, bei altem Dielenboden schon.

Strom

230 Volt als Festanschluss, gelegt von einer Elektrofachkraft, dazu ein eigener Sicherungsautomat, der die Anlage vom Netz trennt.

Die Situation

Trockener Innenbereich. Für Fluchtwege und Brandschutztüren gelten eigene Anforderungen und eigene geprüfte Antriebe. Sprechen Sie uns an, dann sehen wir uns an, was zu Ihrer Tür passt.

Prüfpflicht

Der Punkt, den viele
nicht auf dem Schirm haben.

Das ist der Punkt, den fast niemand auf dem Schirm hat. Sobald eine Tür kraftbetätigt ist, also motorisch öffnet und schließt, gilt sie nicht mehr als Möbelstück, sondern als Anlage. Und Anlagen müssen geprüft werden.

Nach den Richtlinien für Türen und Tore ist eine Prüfung vor der ersten Inbetriebnahme fällig und danach mindestens einmal im Jahr, durchgeführt von einem Sachkundigen. Kontrolliert werden dabei alle Sicherheits- und Steuerungseinrichtungen, die Befestigungen und die Einstellungen der Sensoren.

Im Wohnhaus fällt das selten jemandem auf. In Hotels, Praxen und Ladengeschäften schon, spätestens bei einer Begehung oder wenn nach einem Vorfall die Unterlagen verlangt werden. Wir sagen Ihnen bei der Übergabe, wann die nächste Prüfung ansteht.

Wo das passt

Nicht nur im Kaufhaus.

Typisch ist so eine Lösung im gehobenen Wohnungsbau, in Hotels, in Ladengeschäften und in Museen. Überall dort, wo der Eingang selbst schon Teil der Architektur ist und wo eine Tür entstehen soll, die man von Hand nicht mehr angenehm bewegt. Der zweite häufige Grund ist Barrierefreiheit: Wer mit Rollstuhl, Rollator oder vollen Händen unterwegs ist, kommt durch eine schwere Tür kaum allein hindurch.
Häufige Fragen

Kurz und ehrlich beantwortet.

Öffnen und Schließen dauern jeweils 10 bis 20 Sekunden. Das klingt lang, ist bei einem Flügel von bis zu 450 Kilogramm aber gewollt: Die Bewegung soll ruhig aussehen und darf niemanden überraschen. Die Zeiten und die Offenhaltezeit stellen wir bei der Inbetriebnahme auf Ihre Nutzung ein.
Der Antrieb gibt den Flügel frei. Die Tür lässt sich dann von Hand bewegen wie eine gewöhnliche Tür. Nach dem Einschalten fährt die Anlage einmal auf und zu, um sich neu einzumessen, danach läuft sie wie vorher.
Ja. Kraftbetätigte Türen müssen vor der ersten Inbetriebnahme und danach mindestens jährlich von einem Sachkundigen auf ihren sicheren Zustand geprüft werden. Dabei werden alle Sicherheits- und Steuerungseinrichtungen kontrolliert.
Nein. Der Antrieb wird verdeckt im Sturz montiert, also in einer abgehängten Decke über dem Türflügel. Er ist 75 Millimeter hoch. Wenn über der Tür noch keine abgehängte Decke sitzt, planen wir das mit ein.
Kommt darauf an, was über der Tür sitzt. Ohne abgehängte Decke muss eine geschaffen werden, und es braucht einen Stromanschluss an der richtigen Stelle. Beides ist machbar, gehört aber vor die Bestellung und nicht danach. Wir sehen uns das beim Aufmaß an.
Der Antrieb bleibt unter 49 Dezibel. Das ist leiser als ein normales Gespräch. Was man hört, ist eher der Flügel selbst, und der bewegt sich langsam.
Ja, über ein Motorschloss, das den Flügel automatisch verriegelt. Das ist eine Option und wird mit der Anlage zusammen geplant.
Das hängt an Flügelgröße, Glasaufbau, Profilsystem, Sensorik und daran, was baulich vorbereitet werden muss. Deshalb kommen wir vorbei, sehen uns die Situation an und rechnen es Ihnen schriftlich aus.
Anfrage

Eine Tür im Kopf?
Schicken Sie uns die Situation.

Ein Foto der Öffnung und die ungefähren Maße genügen für den Anfang. Wir sagen Ihnen, ob eine automatische Anlage baulich möglich ist und was dafür vorbereitet werden muss.

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